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NATÜRLICHE SILIKATE - NEUE ADJUVANZIEN IN DER KREBSTHERAPIE?
Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren, 12/2001
In-vitro- und tierexperimentelle Daten deuten auf Anti-Tumor-Effekt des Zeoliths Clinoptilolit hin
Natürliche Silikat-Materialien sind schon lange als biologisch aktive Substanzen bekannt. So werden beispielsweise Zeolithe - das sind hydratisierte, mikroporöse Kristalle, die AlO4 und SiO4 enthalten - erfolgreich als Adjuvanzien von Vakzinen sowie zur Behandlung von Durchfällen eingesetzt. Erstmals gibt es nun Hinweise darauf, dass diese Substanzen möglicherweise auch in der adjuvanten Krebstherapie eine bedeutende Rolle spielen könnten.
ANTI-TUMORWIRKUNG AUF MEHREREN EBENEN
Prof. K. PAVELIC, Zagreb, und seine Mitarbeiter untersuchten am Tiermodell und mithilfe von In-vitro-Tests, ob das natürliche Zeolith Clinoptilolit in Pulverform antitumorale Effekte besitzt. Zunächst überprüften die Wissenschaftler, ob die mineralische Substanz in der Lage ist, das Wachstum von menschlichen und murinen Tumorzell-Linien zu hemmen. Sie versetzten das Nährmedium der kultivierten Zellen mit dem Mineral und beobachteten, ob sich die Zellteilungsrate dadurch änderte. Tatsächlich wurden fast alle Zell-Linien durch Clinoptilolit im Wachstum gehemmt. Die stärkste Inhibition (50 Prozent) zeigten Fibrosarkomzellen der Maus.
Als Nächstes untersuchten die Wissenschaftler, ob sich die Inkubation von Zellen mit Clinoptilolit auf Proteine auswirkt, die für die intrazelluläre Signaltransduktion - und damit für die Wachstumskontrolle der Zelle - bedeutsam sind. Als Modell verwendeten die Forscher die bereits erwähnten murinen Fibrosarkomzellen, die besonders gut auf das Mineral reagiert hatten. Tatsächlich fanden PAVELIC und seine Mitarbeiter heraus, dass sich in den Zellen unter dem Einfluss von Clinoptilolit die Aktivität eines wichtigen Proteins der Signaltransduktion, der so genannten Proteinkinase B, deutlich verminderte. Eine "heruntergefahrene" Signaltransduktion bedeutet aber nichts anderes, als dass Krebszellen auf Wachstumsreize von außen (in diesem Fall auf den Wachstumsfaktor EGF) weniger stark reagieren und sich demzufolge nicht so leicht zur Teilung anregen lassen. In der Krebstherapie ein äußerst erwünschter Effekt!
Doch damit nicht genug: Clinoptilolit macht Krebszellen nicht nur weniger empfänglich für Wachstumsreize, sondern entfaltet offensichtlich auch auf anderen Ebenen eine tumorhemmende Wirkung. Die Wissenschaftler stellten fest, dass unter dem Einfluss des Minerals mehr Tumor-Suppressor-Proteine gebildet werden (in diesem Fall die Proteine p21WAF1/CIP1 und p27KIP1). Diese Proteine hemmen das Wachstum von Krebszellen. Zusätzlich fanden die Forscher experimentelle Hinweise darauf, dass Clinoptilolit auch daran beteiligt ist, in Krebszellen den programmierten Zelltod (Apoptose) auszulösen.
Pavelic, K. et al.: Natural zeolite clinoptilolite: new adjuvant in anticancer therapy. J Mol Med (2001) 78: 708-720, Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren 42, 12 (2001)
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